• Ausschnitt einer Ikone; Rechts Christus und links Abbas Menas; beide schauen den Betrachter an. Christus hat den Arm um den Abbas gelegt

    2. Adventssonntag
    Mit Jesus auf mein Leben schauen

    Das Original einer recht bekannten Ikone ist im Louvre ausgestellt. Einen Nachdruck davon gibt es in der Versöhnungskirche in Taizé und an zahlreichen anderen Orten. Ihr Titel: „Christus und Abbas Menas“ oder auch „Jesus und sein Freund“ oder „Ikone der Freundschaft“. Sie zeigt einen gewissen Abt Menas neben Christus. Beide schauen dem Betrachter frontal in die Augen, sie blicken also in dieselbe Richtung. Jesus trägt in der linken Hand ein Evangeliar, die rechte Hand hat er freundschaftlich auf die Schulter des Abtes gelegt. Seit einigen Jahren begegnet mir diese Ikone immer mal wieder und ich kann wohl sagen, dass sie mein Bild von Christus auch geprägt hat. Jesus als derjenige,…

  • Ikone von Mariä Verkündigung und entsprechendem Oklad

    Mariä Empfängnis
    Was genau feiern wir da schon wieder?

    Würde man eine Liste der kirchlichen Feste mit den schwierigsten Namen erstellen, wäre das heutige Fest vermutlich ganz oben mit dabei: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Gleich drei der vier Mariendogmen in der katholischen Kirche tauchen da im Titel auf: die Jungfräulichkeit Mariens, die Tatsache, dass Maria die Gottesgebärerin ist und eben der Anlass des Festes: dass Maria von der Erbsünde befreit ist. Puh! Wohlgemerkt feiern wir nicht die Empfängnis – oder moderner gesagt: die Zeugung – Jesu in Maria. Auch wenn das Evangelium dies nahelegt, wäre das 17 Tage vor Weihnachten ja auch absurd. Vielmehr feiern wir die Zeugung Marias durch ihre Eltern, die in…

  • Hinterkopf einer Frau mit Telefonhörer am Ohr

    1. Adventssonntag
    Hängen wir in der Warteschleife?

    Die anstrengendsten Telefonate sind für mich Warteschleifen. „Zurzeit sind alle Mitarbeiter:innen in einem Gespräch“, heißt es dann oft. Manchmal folgt dann noch der Zusatz: „Die aktuelle Wartezeit beträgt zehn Minuten.“ Oft ist das der Moment, wo ich auflege, um es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. Manchmal ist das Anliegen aber so wichtig, dass ich eben doch warte und die Zeit in Kauf nehme. Allerdings mache ich dann nebenher häufig noch irgendetwas anderes. Wenn es dann auf einmal in der Leitung klickt und eine menschliche Stimme mich begrüßt, muss ich dann erstmal meine Konzentration wiederfinden, um zu formulieren, weshalb ich anrufe. Beim Warten ist es also wichtig, auch…