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13. Sonntag im Jahreskreis A
Entscheidungen, die sich lohnenWer sich entscheidet, einem Hobby mit anderen Menschen nachzugehen, verzichtet zugleich auf etwas anderes. Die Zeit kann nicht anders verplant werden und man ist weniger flexibel. Denn die anderen verlassen sich darauf, dass man regelmäßig und zuverlässig dabei ist und sich einbringt. Das gilt natürlich auch für eine Chor-Gemeinschaft. Wenn der Chor in St. Marien heute sein 70-jähriges Bestehen feiert, dann ist das auch eine Leistung von Menschen, die sich über Jahre und Jahrzehnte zuverlässig dafür eingesetzt haben. Es sind oft kleine Entscheidungen, die über Fortschritte und Rückschläge bestimmen. Doch was so pflichtbewusst und konsequent klingt, hat natürlich auch eine andere Seite. Denn wer sich engagiert, bekommt auch etwas dafür:…
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12. Sonntag im Jahreskreis A
Durchhalten!Bei großen Marathon-Veranstaltungen in Städten stehen oft am Streckenrand Trommelgruppen, die die Läufer:innen anfeuern, oder Menschen mit Plakaten, auf denen motivierende Sprüche stehen. Leute, die mitgelaufen sind, berichten, dass das wirklich animiert, durchzuhalten – vorausgesetzt, dass es realistisch ist, sein Ziel auch zu erreichen. Die Jünger, die im Evangelium heute von Jesus angesprochen werden, müssen ebenfalls motiviert werden: »Fürchtet euch nicht!« (Mt 10,26.28.31), sagt Jesus gleich dreimal. Im Evangelium am vergangenen Sonntag waren uns die Zwölf namentlich vorgestellt worden, am Start ihrer Mission. Dazwischen hat Jesus laut dem Matthäus-Evangelium ihnen angekündigt, welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen: sie werden verfolgt, gehasst, vor Gerichte gestellt – »Nehmt euch vor den Menschen…
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11. Sonntag im Jahreskreis A
Vielfältige Köpfe und TalenteVergangene Woche musste ich im Duisburger Bahnhof umsteigen. Jeder, der da in letzter Zeit einmal gewesen ist, weiß, dass die Gleishalle in großem Stil umgebaut wird. Die alten Bauten werden abgerissen, neue Gleise werden verlegt, Pfeiler und Verstrebungen errichtet. Viele Bauarbeiter sind da an unzähligen Stellen im Einsatz mit ihren verschiedenen Werkzeugen und Maschinen. Beachtet werden sie bei ihrer Arbeit meistens wohl nicht; sie bleiben namenlos. Doch am Ergebnis sieht man Stück für Stück, was die Menschen dort bereits geleistet haben. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen. Von den Männern, die Jesus in seinen engsten Kreis ruft, haben wir vorhin Namen gehört. Einige sind uns vertraut, andere fremd. Namen heben…
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Pfingsten
»Hab Mut, steh’ auf«»Hab Mut, steh’ auf«, war das Motto des Katholikentags, der heute vor einer Woche in Würzburg zuende gegangen ist. Wie in den vergangenen Jahren habe ich auch diesmal wieder daran teilgenommen. Ich genieße es, alte Bekannte wiederzutreffen, Menschen neu kennenzulernen, die Diskussionen und Workshops zu besuchen – und mit alldem: mich im Glauben bestärken zu lassen. Und ich kann sagen: auch diesmal hat sich diese Hoffnung für mich wieder erfüllt. »Hab Mut, steh’ auf«, das zieht sich auch als roter Faden durch die Lesungen von Pfingsten. Der auferstandene Jesus sendet seine Jünger:innen in die Welt, nachdem er sie mit dem Heiligen Geist ausgestattet hat. Und die Menschen in Jerusalem können…
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Neujahr
Die Angst vor dem weißen BlattEin unbeschriebenes Blatt Papier bietet viel Platz, um kreative Ideen aufzuschreiben. Es kann aber auch unter Druck setzen, wenn es irgendwie gefüllt werden muss. Das wissen alle, die schon einmal einen Artikel, eine Rede, ein Gedicht oder eine Predigt geschrieben haben. Der erste Satz ist meistens der schwerste. Danach läuft es oft flüssiger. Der Beginn eines neuen Jahres verunsichert mich auch immer ein bisschen. Noch nichts ist erledigt, nichts ist abgehakt, nichts ist erreicht. Klar, es bieten sich ganz neue Chancen im neuen Jahr, aber da ist auch ein riesiger Berg an Dingen, die noch geplant und vorbereitet werden müssen. Und oft stelle ich mir die bange Frage: wird es…
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Fest der Heiligen Familie, Lesejahr A
Menschwerdung in der FamilieWie hat Jesus wohl seine Kindheit verbracht? Nach der Geburt schweigt die Bibel über die ersten dreißig Jahre des Lebens Jesu – mit einer Ausnahme, wo über den zwölfjährigen Jesus im Tempel berichtet wird. Die Frage zu beantworten, ist also ziemlich spekulativ. Aber ich halte es für eine wichtige Frage, weil die Kindheit das Leben Jesu geprägt haben dürfte. Wenn schon das Matthäus-Evangelium davon berichtet, dass Josef nicht der Vater Jesu ist, dürfte das den Menschen in Nazareth auch bekannt gewesen sein. Das, was wir im Glauben bekennen, nämlich dass der Heilige Geist Gottes über Maria kam, dürfte im Alltag der Umgebung kaum zu vermitteln gewesen sein. Wenn es sich…
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Stephanstag
Krippe und KreuzGestern noch ein kleines Kind, heute schon ein Erwachsener, der seine Jünger auf Ungemach vorbereitet. Gestern noch das friedliche Bild in der Krippe, heute schon die Steinigung des ersten Märtyrers Stephanus. Zwischen dem ersten und dem zweiten Weihnachtstag könnte der Kontrast kaum größer sein. Nicht nur, dass wir einen Zeitsprung von 35, vielleicht 40 Jahren machen, auch die Emotionen sind ganz andere. Das drückt sich auch in den liturgischen Farben aus: gestern noch frohes weiß, heute das blutrote Gewand. Und doch ist es gerade der Kontrast, der unseren christlichen Glauben auszeichnet. Freud und Leid liegen eng beieinander – da drückt der Glaube zutiefst menschliche Erfahrungen aus. Auch in dem, was…
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Heiliger Abend
Mit Gott unter einem DachDas Wort heilig kommt heute ganz häufig vor: Der Heilige Abend; Stille Nacht, heiligen Nacht heißt es in den Liedern oder hochheilige Nacht, ja sogar heiligste Nacht. Vieles in unserem Alltagsleben bezeichnen wir auch als heilig: Gesundheit; Zeit für uns, unsere Familie, unseren Freundeskreis; manchen ist das Auto oder ein anderer Gegenstand heilig; mir ist mein Volleyball-Team heilig, wo ich immer wieder abschalten und mich auspowern kann. Wenn uns etwas heilig ist, investieren wir viel Zeit und Energie da hinein. Da muss alles passen. An Weihnachten besteht die Gefahr, dass wir den Heiligen Abend in derselben Weise verstehen. Alles muss möglichst perfekt sein, nichts darf die Atmosphäre stören. Eine heile…
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Neujahr
Free Hugs von GottVor einigen Jahren kam aus Australien eine Bewegung auch nach Deutschland, die sich Free Hugs nannte. Free Hugs, also kostenlose Umarmungen haben Menschen zum Beispiel Passant:innen in Fußgängerzonen angeboten, indem sie ein Pappschild mit dem Schriftzug hochhielten. Viele Menschen haben sich davon ansprechen lassen und wurden für einen kurzen Augenblick umarmt. Dahinter steht die Wahrnehmung der meisten Menschen, dass Umarmungen uns guttun. Sei vermitteln Nähe, Zuneigung, Geborgenheit und Schutz, manchmal auch Intimität. Natürlich können Umarmungen auch unangenehm sein. Daher ist es wichtig, sensibel dafür zu sein, wann es angemessen ist, jemanden zu umarmen. In der Coronazeit jedenfalls haben vielen Menschen die Umarmungen gefehlt. Das hat möglicherweise zusätzlich für Stress gesorgt,…
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1. Adventssonntag
Hängen wir in der Warteschleife?Die anstrengendsten Telefonate sind für mich Warteschleifen. „Zurzeit sind alle Mitarbeiter:innen in einem Gespräch“, heißt es dann oft. Manchmal folgt dann noch der Zusatz: „Die aktuelle Wartezeit beträgt zehn Minuten.“ Oft ist das der Moment, wo ich auflege, um es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. Manchmal ist das Anliegen aber so wichtig, dass ich eben doch warte und die Zeit in Kauf nehme. Allerdings mache ich dann nebenher häufig noch irgendetwas anderes. Wenn es dann auf einmal in der Leitung klickt und eine menschliche Stimme mich begrüßt, muss ich dann erstmal meine Konzentration wiederfinden, um zu formulieren, weshalb ich anrufe. Beim Warten ist es also wichtig, auch…