{"id":458,"date":"2025-12-07T20:39:29","date_gmt":"2025-12-07T18:39:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/?p=458"},"modified":"2025-12-07T20:41:35","modified_gmt":"2025-12-07T18:41:35","slug":"neue-wege-in-ein-erfuelltes-leben-entdecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/?p=458","title":{"rendered":"Neue Wege in ein erf\u00fclltes Leben entdecken"},"content":{"rendered":"\n<p>Kennen Sie Maja G\u00f6pel? Bis vor wenigen Wochen sagte mir dieser Name nichts, dann wurde sie mir immer wieder auf Instagram in meine Timeline gesp\u00fclt. Manchmal sind die Algorithmen dann doch hilfreich, denn was diese Frau sagt, ist aus meiner Sicht unheimlich relevant und obendrein unterhaltsam. So bin ich auf einen <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qNQUP9QsjmA\">Vortrag von ihr<\/a> an der Leibniz-Universit\u00e4t in Hannover gesto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Maja G\u00f6pel ist Professorin und forscht zu Fragen einer nachhaltigen Transformation (Ver\u00e4nderung). Statt dar\u00fcber zu reden, wie schlecht alles ist und wie viel schlechter es noch werden kann, fragt sie, wie wir die Welt nachhaltig gestalten, also lebenswert f\u00fcr <em>alle<\/em> machen k\u00f6nnen. Sie schaut also sozusagen von der Zukunft auf die Gegenwart und fragt: Wie kommen wir da hin? Einerseits macht sie deutlich: der aktuelle Weg hat angefangen zu br\u00f6ckeln und hat keine Zukunft. Andererseits ermutigt sie und sagt: Wir k\u00f6nnen einen neuen Pfad finden. Und sie beschreibt ihn sogar.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicher ist Maja G\u00f6pel keine Prophetin, so wie Johannes der T\u00e4ufer einer ist (vgl. <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/Matth%C3%A4us3%2C1-12\">Mt 3,\u00a01\u201312<\/a>). Sie verweist auch nicht auf Jesus Christus, wie Johannes das tut. Aber auch sie ruft eindringlich zu einem Umdenken auf und ermutigt, Dinge besser zu machen. Deshalb finde ich das, was sie sagt, prophetisch. Denn auch die Propheten haben ja vor allem auf das allt\u00e4gliche Verhalten der Menschen geschaut. Ihre Botschaft lautet: ein Umdenken ist vor allem gut f\u00fcr uns selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Aufforderung umzudenken bzw. umzukehren ist Johannes der T\u00e4ufer \u00fcberaus erfolgreich. Ich finde das erstaunlich, denn er wird nicht gerade sympathisch beschrieben mit der Art, wie er sich kleidet und wie er lebt. Obendrein spricht er knallhart das an, was schiefl\u00e4uft. Ohne Umschweife sagt er: \u00bbKehrt um!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Damit m\u00f6chte er nicht erreichen, dass die Menschen einfach zu einem Ausgangspunkt in ihrer Vergangenheit zur\u00fcckkehren, an dem noch alles in Ordnung war in ihrem Leben. Nein, sie sollen sich etwas ganz Neuem zuwenden. Nicht einfach die alten Pfade in Stand setzen, sondern neue Wege bauen, hin zu einem neuen Ziel. Damit macht Johannes etwas Geschicktes: Er sagt nicht \u00bbBisher seid ihr rundweg schlecht gewesen.\u00ab Das w\u00fcrde niemanden aufr\u00fctteln. Stattdessen sagt er: \u00bbEs kommt etwas Besseres f\u00fcr euch. Darauf m\u00fcsst ihr euch vorbereiten, indem ihr das Alte hinter euch lasst.\u00ab Nicht die schlechte Vergangenheit, die S\u00fcnde, r\u00fcckt Johannes der T\u00e4ufer also in den Mittelpunkt, sondern den Ausblick. Er macht Mut, aufzubrechen in neues erf\u00fclltes Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele lassen sich darauf ein. \u00c4u\u00dferlich zeigen die Menschen, dass sie bereit sind, ihr Leben neu auszurichten, indem sie sich von Johannes taufen lassen. Wirklich ver\u00e4ndern tut <em>diese<\/em> Taufe die Menschen zwar nicht; das m\u00fcssen sie schon selbst in Angriff nehmen. Die Umkehr, die Metanoia, wie es im Griechischen hei\u00dft, ist deswegen auch etwas, was innerlich geschieht im Herzen. Ganz w\u00f6rtlich <em>\u00fcber-denken<\/em> Menschen da ihr bisheriges Leben und fragen sich, wovon sie sich abwenden und was sie ver\u00e4ndern m\u00fcssen. Das d\u00fcrfte ein l\u00e4ngerer teils unangenehmer Prozess sein. Dass die Menschen daf\u00fcr in die W\u00fcste gehen, kann sie beim Nachdenken unterst\u00fctzen. Und auch dass sie von Johannes mit Wasser \u00fcbergossen werden, best\u00e4rkt sie darin, jetzt auch weiterzugehen. Symbole und Riten k\u00f6nnen helfen. Doch was ist das Ziel des neuen Weges?<\/p>\n\n\n\n<p>Johannes der T\u00e4ufer macht deutlich: dieses Ziel hei\u00dft Jesus Christus, selbst wenn er den Namen hier noch nicht offen ausspricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Christ:innen, die wir heute das Evangelium h\u00f6ren, wissen wir: Wir sind schon einen Schritt weiter. Sogar die Taufe mit dem Heiligen Geist, die Johannes erst noch ank\u00fcndigt, haben wir schon empfangen. Das Reich Gottes oder die Herrschaft der Himmel, wie es im Matth\u00e4us-Evangelium hei\u00dft, hat also schon begonnen f\u00fcr uns. Aber diese Herrschaft Gottes ist eben noch nicht vollendet. Deswegen m\u00fcssen auch wir weiterhin aufpassen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Wie Johannes die Pharis\u00e4er und Sadduz\u00e4er davor warnt, sich auf dem Erreichten auszuruhen, d\u00fcrfen auch wir uns davon angesprochen f\u00fchlen und sollen immer bereit unser Leben zu <em>\u00fcber-denken<\/em>, damit wir alle auf eine erf\u00fcllte Zukunft zugehen.<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie Maja G\u00f6pel? Bis vor wenigen Wochen sagte mir dieser Name nichts, dann wurde sie mir immer wieder auf Instagram in meine Timeline gesp\u00fclt. Manchmal sind die Algorithmen dann doch hilfreich, denn was diese Frau sagt, ist aus meiner Sicht unheimlich relevant und obendrein unterhaltsam. So bin ich auf einen Vortrag von ihr an der Leibniz-Universit\u00e4t in Hannover gesto\u00dfen. Maja G\u00f6pel ist Professorin und forscht zu Fragen einer nachhaltigen Transformation (Ver\u00e4nderung). Statt dar\u00fcber zu reden, wie schlecht alles ist und wie viel schlechter es noch werden kann, fragt sie, wie wir die Welt nachhaltig gestalten, also lebenswert f\u00fcr alle machen k\u00f6nnen. Sie schaut also sozusagen von der Zukunft auf die Gegenwart und fragt: Wie kommen wir da hin? Einerseits macht sie deutlich: der aktuelle Weg hat angefangen zu br\u00f6ckeln und hat keine Zukunft. Andererseits ermutigt sie und sagt: Wir k\u00f6nnen einen neuen Pfad finden. Und sie beschreibt ihn sogar. Sicher ist Maja G\u00f6pel keine Prophetin, so wie Johannes der T\u00e4ufer einer ist (vgl. Mt 3,\u00a01\u201312). Sie verweist auch nicht auf Jesus Christus, wie Johannes das tut. Aber auch sie ruft eindringlich zu einem Umdenken auf und ermutigt, Dinge besser zu machen. Deshalb finde ich das, was sie sagt, prophetisch. Denn auch die Propheten haben ja vor allem auf das allt\u00e4gliche Verhalten der Menschen geschaut. Ihre Botschaft lautet: ein Umdenken ist vor allem gut f\u00fcr uns selbst. Mit der Aufforderung umzudenken bzw. umzukehren ist Johannes der T\u00e4ufer \u00fcberaus erfolgreich. Ich finde das erstaunlich, denn er wird nicht gerade sympathisch beschrieben mit der Art, wie er sich kleidet und wie er lebt. Obendrein spricht er knallhart das an, was schiefl\u00e4uft. Ohne Umschweife sagt er: \u00bbKehrt um!\u00ab Damit m\u00f6chte er nicht erreichen, dass die Menschen einfach zu einem Ausgangspunkt in ihrer Vergangenheit zur\u00fcckkehren, an dem noch alles in Ordnung war in ihrem Leben. Nein, sie sollen sich etwas ganz Neuem zuwenden. Nicht einfach die alten Pfade in Stand setzen, sondern neue Wege bauen, hin zu einem neuen Ziel. Damit macht Johannes etwas Geschicktes: Er sagt nicht \u00bbBisher seid ihr rundweg schlecht gewesen.\u00ab Das w\u00fcrde niemanden aufr\u00fctteln. Stattdessen sagt er: \u00bbEs kommt etwas Besseres f\u00fcr euch. Darauf m\u00fcsst ihr euch vorbereiten, indem ihr das Alte hinter euch lasst.\u00ab Nicht die schlechte Vergangenheit, die S\u00fcnde, r\u00fcckt Johannes der T\u00e4ufer also in den Mittelpunkt, sondern den Ausblick. Er macht Mut, aufzubrechen in neues erf\u00fclltes Leben. Viele lassen sich darauf ein. \u00c4u\u00dferlich zeigen die Menschen, dass sie bereit sind, ihr Leben neu auszurichten, indem sie sich von Johannes taufen lassen. Wirklich ver\u00e4ndern tut diese Taufe die Menschen zwar nicht; das m\u00fcssen sie schon selbst in Angriff nehmen. Die Umkehr, die Metanoia, wie es im Griechischen hei\u00dft, ist deswegen auch etwas, was innerlich geschieht im Herzen. Ganz w\u00f6rtlich \u00fcber-denken Menschen da ihr bisheriges Leben und fragen sich, wovon sie sich abwenden und was sie ver\u00e4ndern m\u00fcssen. Das d\u00fcrfte ein l\u00e4ngerer teils unangenehmer Prozess sein. Dass die Menschen daf\u00fcr in die W\u00fcste gehen, kann sie beim Nachdenken unterst\u00fctzen. Und auch dass sie von Johannes mit Wasser \u00fcbergossen werden, best\u00e4rkt sie darin, jetzt auch weiterzugehen. Symbole und Riten k\u00f6nnen helfen. Doch was ist das Ziel des neuen Weges? Johannes der T\u00e4ufer macht deutlich: dieses Ziel hei\u00dft Jesus Christus, selbst wenn er den Namen hier noch nicht offen ausspricht. Als Christ:innen, die wir heute das Evangelium h\u00f6ren, wissen wir: Wir sind schon einen Schritt weiter. Sogar die Taufe mit dem Heiligen Geist, die Johannes erst noch ank\u00fcndigt, haben wir schon empfangen. Das Reich Gottes oder die Herrschaft der Himmel, wie es im Matth\u00e4us-Evangelium hei\u00dft, hat also schon begonnen f\u00fcr uns. Aber diese Herrschaft Gottes ist eben noch nicht vollendet. Deswegen m\u00fcssen auch wir weiterhin aufpassen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Wie Johannes die Pharis\u00e4er und Sadduz\u00e4er davor warnt, sich auf dem Erreichten auszuruhen, d\u00fcrfen auch wir uns davon angesprochen f\u00fchlen und sollen immer bereit unser Leben zu \u00fcber-denken, damit wir alle auf eine erf\u00fcllte Zukunft zugehen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":459,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[50,3],"tags":[85,83,84,87,86],"class_list":["post-458","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-predigt","category-religion","tag-johannes-der-taeufer","tag-klimawandel","tag-maja-goepel","tag-neuanfang","tag-umkehr"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/458","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=458"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/458\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":466,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/458\/revisions\/466"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/459"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}