{"id":428,"date":"2024-01-01T12:36:59","date_gmt":"2024-01-01T10:36:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/?p=428"},"modified":"2024-01-02T12:38:38","modified_gmt":"2024-01-02T10:38:38","slug":"free-hugs-von-gott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/?p=428","title":{"rendered":"Free Hugs von Gott"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor einigen Jahren kam aus Australien eine Bewegung auch nach Deutschland, die sich <em>Free Hugs<\/em> nannte. Free Hugs, also kostenlose Umarmungen haben Menschen zum Beispiel Passant:innen in Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen angeboten, indem sie ein Pappschild mit dem Schriftzug hochhielten. Viele Menschen haben sich davon ansprechen lassen und wurden f\u00fcr einen kurzen Augenblick umarmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dahinter steht die Wahrnehmung der meisten Menschen, dass Umarmungen uns guttun. Sei vermitteln N\u00e4he, Zuneigung, Geborgenheit und Schutz, manchmal auch Intimit\u00e4t. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Umarmungen auch unangenehm sein. Daher ist es wichtig, sensibel daf\u00fcr zu sein, wann es angemessen ist, jemanden zu umarmen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Coronazeit jedenfalls haben vielen Menschen die Umarmungen gefehlt. Das hat m\u00f6glicherweise zus\u00e4tzlich f\u00fcr Stress gesorgt, denn die Psychologie hat best\u00e4tigt, dass Umarmungen das Stresshormon Cortisol senken und sogar Blutdruck und Herzfrequenz reduzieren.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch ohne wissenschaftliche Erkenntnisse tut es den meisten Menschen von Zeit zu Zeit gut, sich umarmen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sich von etwas <em>ber\u00fchren zu lassen<\/em>, das ist deswegen auch zu einer Redewendung geworden. Wenn uns etwas emotional anspricht, dann sind wir davon ber\u00fchrt, vielleicht sogar ergriffen. Wenn ich daf\u00fcr ein K\u00f6rperorgan benennen m\u00fcsste, w\u00e4re es wohl am ehesten das Herz. Was mich ber\u00fchrt, spricht mein Herz an.<\/p>\n\n\n\n<p>So ist es wohl auch zu verstehen, dass \u201eMaria alles, was geschehen war, in ihrem Herzen\u201c bewahrte (Lk 2,19). Sie l\u00e4sst sich von all den Ereignissen der letzten Tage ber\u00fchren und sp\u00fcrt dem weiter nach, indem sie es in ihrem Herzen bewahrt. Auch die Hirten, die jetzt in ihren Alltag zur\u00fcckkehren, hat die Begegnung mit Jesus tief ber\u00fchrt. Sie r\u00fchmen und preisen Gott, auch als sie schon wieder bei ihren Herden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Da kann ich auch fragen: Was ber\u00fchrt mich? Eine Begegnung mit Menschen, ein Erlebnis, eine Erfahrung mit dem Heiligen?<\/p>\n\n\n\n<p>Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Galatien auch etwas \u00fcber das Herz: \u201eGott sandte den Geist seines Sohnes in unser Herz.\u201c Sp\u00fcre ich diesen Geist in mir wirken? Lasse ich mich von diesem Gott ber\u00fchren oder bin ich abgelenkt von anderen Sinneseindr\u00fccken? Scheint mir dieser Gott zu weit weg?<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst wenn dieses Gef\u00fchl gerade nicht so sp\u00fcrbar ist, macht Paulus deutlich, dass es dieser Geist in uns ist, der ruft: \u201eAbba, Vater!\u201c Der Geist, der in uns betet, bewirkt schon von sich aus, dass wir die H\u00e4nde nach Gott ausstrecken, dass er uns umarmen kann. Es ist eine Zusage, die einen gelassen machen kann. Es ist nicht immer notwendig, selbst die Initiative zu ergreifen. Es ist auch gut, sich zur\u00fcckzulehnen, sich selbst von Gott ber\u00fchren zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Segen, den wir in der ersten Lesung geh\u00f6rt haben, der sogenannte aaronitische Segen, macht genau diese Zusage, dass Gott mitgeht, auch wenn wir ihn gerade nicht sp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das kann entlasten, wenn wir auf das Jahr schauen, das vor uns liegt. Vermutlich wird es auch in diesem Jahr wieder viele \u00dcberraschungen geben, manche Hoffnungen werden entt\u00e4uscht werden. Aber anderes wird vielleicht auch \u00fcberraschend gut gelingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beginnen wir den Weg in das neue Jahr im Vertrauen darauf, dass Gott uns begleiten wird. Und versuchen wir, wie Maria, alles, was wir in diesem Jahr erleben werden, im Herzen zu bewahren. Lassen wir uns ber\u00fchren von den Menschen, die uns in diesem Jahr begegnen werden! Und lassen wir uns von Gott ber\u00fchren. Auch seine Umarmungen sind kostenlos.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.meinwegausderangst.de\/umarmungen\/\">https:\/\/www.meinwegausderangst.de\/umarmungen\/<\/a>, Zugriff am 30.12.2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Jahren kam aus Australien eine Bewegung auch nach Deutschland, die sich Free Hugs nannte. Free Hugs, also kostenlose Umarmungen haben Menschen zum Beispiel Passant:innen in Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen angeboten, indem sie ein Pappschild mit dem Schriftzug hochhielten. Viele Menschen haben sich davon ansprechen lassen und wurden f\u00fcr einen kurzen Augenblick umarmt. Dahinter steht die Wahrnehmung der meisten Menschen, dass Umarmungen uns guttun. Sei vermitteln N\u00e4he, Zuneigung, Geborgenheit und Schutz, manchmal auch Intimit\u00e4t. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Umarmungen auch unangenehm sein. Daher ist es wichtig, sensibel daf\u00fcr zu sein, wann es angemessen ist, jemanden zu umarmen. In der Coronazeit jedenfalls haben vielen Menschen die Umarmungen gefehlt. Das hat m\u00f6glicherweise zus\u00e4tzlich f\u00fcr Stress gesorgt, denn die Psychologie hat best\u00e4tigt, dass Umarmungen das Stresshormon Cortisol senken und sogar Blutdruck und Herzfrequenz reduzieren.[1] Aber auch ohne wissenschaftliche Erkenntnisse tut es den meisten Menschen von Zeit zu Zeit gut, sich umarmen zu lassen. Sich von etwas ber\u00fchren zu lassen, das ist deswegen auch zu einer Redewendung geworden. Wenn uns etwas emotional anspricht, dann sind wir davon ber\u00fchrt, vielleicht sogar ergriffen. Wenn ich daf\u00fcr ein K\u00f6rperorgan benennen m\u00fcsste, w\u00e4re es wohl am ehesten das Herz. Was mich ber\u00fchrt, spricht mein Herz an. So ist es wohl auch zu verstehen, dass \u201eMaria alles, was geschehen war, in ihrem Herzen\u201c bewahrte (Lk 2,19). Sie l\u00e4sst sich von all den Ereignissen der letzten Tage ber\u00fchren und sp\u00fcrt dem weiter nach, indem sie es in ihrem Herzen bewahrt. Auch die Hirten, die jetzt in ihren Alltag zur\u00fcckkehren, hat die Begegnung mit Jesus tief ber\u00fchrt. Sie r\u00fchmen und preisen Gott, auch als sie schon wieder bei ihren Herden sind. Da kann ich auch fragen: Was ber\u00fchrt mich? Eine Begegnung mit Menschen, ein Erlebnis, eine Erfahrung mit dem Heiligen? Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Galatien auch etwas \u00fcber das Herz: \u201eGott sandte den Geist seines Sohnes in unser Herz.\u201c Sp\u00fcre ich diesen Geist in mir wirken? Lasse ich mich von diesem Gott ber\u00fchren oder bin ich abgelenkt von anderen Sinneseindr\u00fccken? Scheint mir dieser Gott zu weit weg? Selbst wenn dieses Gef\u00fchl gerade nicht so sp\u00fcrbar ist, macht Paulus deutlich, dass es dieser Geist in uns ist, der ruft: \u201eAbba, Vater!\u201c Der Geist, der in uns betet, bewirkt schon von sich aus, dass wir die H\u00e4nde nach Gott ausstrecken, dass er uns umarmen kann. Es ist eine Zusage, die einen gelassen machen kann. Es ist nicht immer notwendig, selbst die Initiative zu ergreifen. Es ist auch gut, sich zur\u00fcckzulehnen, sich selbst von Gott ber\u00fchren zu lassen. Der Segen, den wir in der ersten Lesung geh\u00f6rt haben, der sogenannte aaronitische Segen, macht genau diese Zusage, dass Gott mitgeht, auch wenn wir ihn gerade nicht sp\u00fcren. Das kann entlasten, wenn wir auf das Jahr schauen, das vor uns liegt. Vermutlich wird es auch in diesem Jahr wieder viele \u00dcberraschungen geben, manche Hoffnungen werden entt\u00e4uscht werden. Aber anderes wird vielleicht auch \u00fcberraschend gut gelingen. Beginnen wir den Weg in das neue Jahr im Vertrauen darauf, dass Gott uns begleiten wird. Und versuchen wir, wie Maria, alles, was wir in diesem Jahr erleben werden, im Herzen zu bewahren. Lassen wir uns ber\u00fchren von den Menschen, die uns in diesem Jahr begegnen werden! Und lassen wir uns von Gott ber\u00fchren. Auch seine Umarmungen sind kostenlos. [1] https:\/\/www.meinwegausderangst.de\/umarmungen\/, Zugriff am 30.12.2023<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":427,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[50,3],"tags":[81,71,73,79,43,80,78],"class_list":["post-428","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-predigt","category-religion","tag-beruehrung","tag-beziehung","tag-naehe","tag-neujahr","tag-predigt","tag-segen","tag-umarmung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=428"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/428\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":429,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/428\/revisions\/429"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}