{"id":378,"date":"2022-08-28T10:00:00","date_gmt":"2022-08-28T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/?p=378"},"modified":"2022-08-31T14:05:03","modified_gmt":"2022-08-31T12:05:03","slug":"geerdet-durch-gottes-schoepfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andrs-glauben.de\/?p=378","title":{"rendered":"Geerdet durch Gottes Sch\u00f6pfung"},"content":{"rendered":"\n<p>Regentropfen faszinieren mich. Mich beruhigt das Ger\u00e4usch der Tropfen auf den B\u00e4umen, auf einer Wasseroberfl\u00e4che oder das Gef\u00fchl auf meiner Haut.<\/p>\n\n\n\n<p>Regentropfen machen mich dem\u00fctig, denn mich merke: fast alles in der Natur geschieht ohne mein Eingreifen. Dadurch f\u00fchle ich mich aber nicht klein, sondern ich sp\u00fcre: ich bin Teil der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Demut hat f\u00fcr mich nichts mit Unterwerfung zu tun, mit Dem\u00fctigung, mit dem Verlust meiner W\u00fcrde. Im Gegenteil!<\/p>\n\n\n\n<p>Den eigentlichen Sinn verdeutlicht das lateinische Wort f\u00fcr Demut: <em>humilitas<\/em>. Darin steckt das Wort <em>humus<\/em>: Erde. Demut l\u00e4sst mich mit beiden Beiden auf dem Boden stehen, sie erdet mich.<\/p>\n\n\n\n<p>Demut verhindert, dass ich nach immer H\u00f6herem strebe und nach den Sternen greife. Sie hilft mir, Grenzen zu akzeptieren: mein eigenen und die der Umwelt. Ausbleibende Regentropfen, D\u00fcrre! Ich bin eben auch Teil einer Natur, die unter dem Eingriff des Menschen leidet.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 28. Juli war <em>Earth Overshoot Day <\/em>(Weltersch\u00f6pfungstag). Das ist der Tag, an dem die Menschheit die Ressourcen aufgebraucht hat, die die Erde in einem Jahr produziert. Seitdem leben wir also auf Kosten der nachfolgenden Generationen. Seit Jahrzehnten wandert der Tag immer weiter nach vorne.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich hei\u00dft das: ich muss mein Verhalten \u00e4ndern \u2013 beim Essen, beim Reisen und beim Konsum. Auf was kann ich nicht verzichten? Woran h\u00e4ngt mein Herz? Was kann ich schweren Herzens loslassen? Das kann ich als Einschr\u00e4nkung wahrnehmen \u2013 oder als Befreiung von unn\u00f6tigem Ballast, wenn ich nicht immer den neuesten Handymodellen nachjagen muss.<strong> Bescheidenheit: Auspr\u00e4gung von Demut.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig ist klar: nicht alle k\u00f6nnen auf Luxus verzichten. Ganz einfach, weil sie nicht im Luxus leben, sondern gerade mal das N\u00f6tigste haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen muss ich auch auf Menschen R\u00fccksicht nehmen, die auf Hilfe angewiesen sind. Jesus fordert uns im Lukasevangelium (vgl. Lk 14,13) dazu auf, statt der Freund:innen Menschen einzuladen, die vom Leben gezeichnet sind, die schlechtere Ausgangsbedingungen hatten als wir.<\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits geht es Jesus darum, die akute Not zu lindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich bietet so eine Begegnung eine <em>Chance <\/em>f\u00fcr uns: Wir k\u00f6nnen unsere Situation dadurch neu Bewerten, unsere Perspektive ver\u00e4ndern. Zu staunen \u00fcber die Bem\u00fchungen einer alleinerziehenden Mutter, ihrem Kind mit wenig Geld ein gl\u00fcckliches Leben zu erm\u00f6glichen; zu staunen \u00fcber die Zufriedenheit in vielen Regionen der Welt auch ohne unseren Lebensstandard \u2013 das kann mir helfen, mich selbst wieder zu erden. Demut zu erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das kann in mir auch die Sehnsucht nach mehr Gerechtigkeit wecken, weil ich erkenne, wie gro\u00df das Geschenk ist, was ich erhalten habe. Diese Gerechtigkeit k\u00f6nnen wir freilich nicht aus eigener Kraft bewirken. Zur Demut geh\u00f6rt auch wahrzunehmen, dass wir nicht allm\u00e4chtig sind, dass uns manches misslingt. Wir sind angewiesen auf einen Gott, der uns unterst\u00fctzt in unserem Tun. Wir sind angewiesen auf einen Gott, der uns die Situation neu bewerten l\u00e4sst. Wir sind angewiesen auf einen Gott, der uns immer wieder erdet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regentropfen faszinieren mich. 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